Wissenswerkstatt Friedrichshafen

In der Wissenswerkstatt in Friedrichshafen können Kinder und Jugendliche Technik auf spielerische Art praktisch erleben. Der VDI stand schon 2009 fördernd als Pate bei der Gründung der Wissenswerkstatt und steht seither helfend zur Seite. 2016 spendete der Bodensee-Bezirksverein der Werkstatt einen nagelneuen Mercedes-Benz Citan mit doppelter Funktion: als fahrfähiges Anschauungsobjekt für junge Mechaniker und als vielfältigen Transporter zwischen dem Standort am Bahnhofplatz und dem zweiten Standort im ZF Forum. 2020 sponsorte der VDI den Junior-Maker-Day, der zum Teil auf 2021 verschoben wurde. Aber auch mit Know-how unterstützt der VDI Bodensee die Wissenswerkstatt: Gestandene Ingenieure geben ihr Wissen ehrenamtlich an die Jugend weiter. Zudem vertritt Wolfgang Horn die Interessen des VDI im Vorstand der Wissenswerkstatt.

 

Die Wissenswerkstatt in Friedrichshafen ist seit Jahren beliebter Anlaufpunkt für Exkursionen in die Welt der Technik: Rund 5000 Kinder und Jugendliche jährlich beschäftigen sich an den beiden Standorten nahe Stadtbahnhof und im ZF Forum praktisch mit technischen Zusammenhängen, beginnend beim selbst hergestellten Stromkreis bis hin zum programmierbaren Roboterarm.

Die Wissenswerkstatt unter neuer Leitung

Frau Hopkins, können Sie sich unseren Mitgliedern kurz vorstellen?

Gestartet bin ich als echter Holzwurm. Schreinerin, Dipl.-Ing. (FH) Holztechnik und abgeschlossen mit einem M.Sc. Wood Science im Land der Wälder: British Columbia, Kanada. Erst mit dem Einstieg ins Berufsleben habe ich auf Materialien wie Kunststoff und Metall umgesattelt als Entwicklungsingenieurin, Innovations-, Produkt- und Projektmanagerin für Auszugsführungen in der Weißen Ware bei der Paul Hettich GmbH in Kirchlengern, Ostwestfalen.

Am Bodensee leben wir seit 2011. Wir fanden die Leute hier toll und wollten, dass unsere zwei Kinder genauso aufwachsen. Also haben wir zwei Koffer gepackt und ich suchte mir hier einen neuen Job – erst als Technologietransferbeauftragten an der IHK Bodensee-Oberschwaben, danach baute ich den Schweiz-weiten Mechatronik-Cluster Swiss Mechatronics auf und leitete ihn bis zu meinem Wechsel zur Wissenswerkstatt Friedrichshafen im August 2019.

 

Wie kam es zu dem Wechsel nach Friedrichshafen?

Nach 5 Jahren als Grenzgängerin war es Zeit beruflich wieder zurückzukommen, auch aus privaten Gründen. Parallel zu meiner Tätigkeit als Geschäftsstellenleiterin des Vereins Swiss Mechatronics hatte ich noch das Roberta-Region-Zentrum in Winterthur geleitet. Roberta geht auf eine Initiative des Fraunhofer IAIS zurück, welches Kinder und Jugendliche mit Hilfe u.a. von Lego Mindstorms für MINT-Themen begeistert.

Schon Ende 2018 hatte ich die Idee, ein Roberta-Regio-Zentrum in Oberschwaben zu gründen und dafür bereits einige Kontakte geknüpft. Ich wusste, dass mein Herz an diesem Thema hängt. Dann entdeckte ich die Stellenausschreibung für die Geschäftsführerstelle an der wiwe und das war’s. Ich habe mich beworben und wurde genommen.

 

Was hat sich seitdem in der Wissenswerkstatt verändert?

Es gibt einen Robotik-Fan mehr an der wiwe (lacht). Nein, ernsthaft. Wir haben drei Schwerpunkte eingeführt „Design und Technik“, welches auf die technische Umsetzung von kreativen Ideen abzielt und vor allem Mädchen ansprechen soll, „Digitalisierung“ mit Kursen rund um die neuen Technologien und „Technik in Industrie und Handwerk“ mit den Klassikern Holz- und Metallbearbeitung, Elektrotechnik, Lego Mindstorms etc..

Außerdem haben wir die Altersklasse von 5 bis 8 Jahren in der „mini wiwe“ zusammengefasst, die von meinem Stellvertreter Michael Fährmann geleitet wird. Zwei Erzieherinnen übernehmen die Kurse für die Jüngsten.

Ganz aktuell bauen wir noch ein Online-Angebot auf. Da wir ja aufgrund der Corona-Krise keine Präsenzkurse geben können, bieten wir sie nun via Videokonferenz an und liefern die benötigten Materialien per Post – wie gewohnt komplett kostenlos dank unseren Trägern der ZF Friedrichshafen AG, der Zeppelin-Stiftung, dem VDI, der Zeppelin GmbH und Rolls Royce Power Systems. Das neue Konzept kommt so gut an, dass wir erwägen es auch nach Corona parallel zum den herkömmlichen Kursen weiterzuführen, wenn wir hierfür zusätzliche Kapazitäten aufbauen können.

 

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Wir suchen nach weiteren Trägern und Sponsoren, gerne auch, um das digitale Angebot nach Corona aufrecht zu erhalten und zu erweitern. So können wir Kinder für Technik begeistern, die ansonsten keine Möglichkeit hätten, unsere Kurse zu besuchen z.B. wegen einer längeren Krankheit oder aus logistischen Gründen.

Außerdem setzen wir vermehrt auf Kooperationen, zum einen mit anderen Institutionen in Friedrichshafen, wie dem Zeppelinmuseum, dem Medienhaus, dem Schulmuseum, der Musikschule und dem Spielehaus zum anderen mit Industrie und Handwerk sowie der PH Weingarten und der HS Ravensburg-Weingarten. Mit dem VDI-Bodensee BV haben wir ein Bonussystem entwickelt, das Jungmitglieder beim VDI (ab 4 Jahren) zusätzlich ermutigen soll, unsere Kurse zu besuchen. Wir wollen uns ständig weiterentwickeln mit neuen Kursen, neuen Themen und neuen Ansätzen.