Interview mit Herrn Dr. Dr.-Ing. Krombholz

1. Herr Krombholz, wir möchten Ihnen nochmals zur 50-jährigen Mitgliedschaft beim VDI gratulieren. Können Sie sich unseren Mitgliedern bitte kurz vorstellen?

Als Jahrgang 1938 habe ich nach dem Abitur ab 1956 an der Technischen Hochschule Dresden Maschinenbau studiert und war danach am Institut für Landmaschinentechnik als Assistent tätig mit Promotion zum Dr.-Ing. 1967. Das weitere Berufsleben verlief im Kombinat Fortschritt Landmaschinen mit leitenden Funktionen in der Forschung und Entwicklung, teilweise auch im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Ländern. In den 1980er Jahren war ich wissenschaftlicher Berater und Stellvertreter des Generaldirektors des Kombinates Fortschritt Landmaschinen, das in dieser Zeit den gesamten Landmaschinenbau der DDR umfasste und etwa 60.000 Beschäftigte hatte. Als Leiter für Entwicklung und Technik der Fortschritt Erntemaschinen GmbH in Neustadt/Sachsen habe ich ab 1990 an der Umgestaltung des ehemaligen Stammbetriebes des Kombinates Fortschritt von einem Großbetrieb in einen mittelständischen Betrieb mit neuem Erzeugnisprofil mitgewirkt, zeitweise auch als Entwicklungsleiter im Schwesterbetrieb, der Firma Mengele in Günzburg. 1999 bin ich auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen, das inzwischen Bestandteil des Case-IH-Konzerns war, ausgeschieden und habe an meinem neuen Wohnort in Stockach noch bis zum Eintritt in das Rentenalter als freiberuflicher Ingenieur gearbeitet.

 

2.  Was hat Sie dazu bewogen, in diesem Lebensabschnitt eine Promotion zu beginnen? Wie kam Ihnen die Idee und weshalb haben Sie das Fachgebiet Agrarwissenschaften ausgewählt?

Schon während meines Berufslebens habe ich mich nicht nur mit der Zukunft, sondern immer auch etwas mit der Vergangenheit meines Aufgabengebietes befasst. Die Zweckmäßigkeit einer solchen Betrachtungsweise wurde und wird von namhaften Persönlichkeiten zwar immer wieder hervorgehoben, in der Praxis auch nach eigenen Erfahrungen jedoch nur selten angewendet. Eine markante Ausnahme stellt zweifellos die Definition der Zielstellungen für die künftige industrielle Entwicklung dar, bei der man rückblickend auch die bisherigen Entwicklungsstufen definiert hat.

Da die Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Zukunft für einen Rentner stark eingeschränkt sind, habe ich mich nach meinem aktiven Berufsleben etwas stärker auf den Rückblick konzentriert mit der Erkenntnis, dass die Arbeitsergebnisse der Vergangenheit in der Gegenwart nur dann zur Kenntnis genommen und verwertet werden, wenn sie entsprechend aufbereitet und im Internet verfügbar sind. In Verbindung damit sind bisher vier Bücher und etwa 15 Publikationen in Zeitschriften zur landwirtschaftlichen und landtechnischen Entwicklung in Deutschland entstanden. Außerdem habe ich wesentlichen Anteil daran, dass die landtechnischen Zeitschriften Deutschlands aus der Zeit von 1950 bis 1990 komplett im Internet verfügbar sind (http://440ejournals.uni-hohenheim.de/index.php/index/index) und eine Internetplattform für die Präsentation agrarhistorische Objekt- und Dokumentensammlungen entstanden ist (https://agrargeschichte.museum-digital.de/), für die ich meine eigenen Sammlungen und die einiger Partner aufbereitet habe.

Wenn bei diesen Tätigkeiten die Idee zu einer Promotion entsteht, dann ist es nicht sehr schwer, ein entsprechendes Thema zu formulieren und auszugestalten. Da ich keinen zweiten Dr.-Ing. machen konnte, war es auch durch die Thematik naheliegend, bei den Agrarwissenschaften nachzufragen.

 

3. Welche Ziele haben Sie? Können Ihnen die während der Promotion gewonnenen Erkenntnisse dabei helfen?

So lange Ideen vorhanden sind und die Kraft für ihre Umsetzung ausreicht, werde ich zu der oben genannten Thematik weiterarbeiten. Es gibt noch sehr viel zu tun. Die Promotion hat da keine besondere Wirkung.

 

4. Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie vor und während Ihrer Promotion zu kämpfen?

Nachdem die Idee mit der Promotion geboren war, habe ich an den Rektor der Universität Hohenheim geschrieben, der mein Anliegen an die Graduierungsakademie weitergereicht hat. Von dieser Einrichtung habe ich große Unterstützung erhalten, die unter anderem darin bestand, dass man mir am Institut für Agrartechnik einen Betreuer vermittelt hat, der bereit war, diese Arbeit zu begleiten. Der weitere Ablauf vollzog sich nach der gültigen Promotionsordnung der Universität Hohenheim, nach der zunächst der Antrag auf Annahme als Doktorand zu stellen war. Zu den Voraussetzungen für die Annahme als Doktorand gehört unter anderem der Nachweis relevanter Kenntnisse. Leider hat der Promotionsausschuss der Fakultät für Agrarwissenschaften dem Antrag meines Betreuers, angesichts meiner beruflichen Vorbildung auf gesonderte Kenntnisprüfungen zu verzichten, nicht stattgegeben. Statt dessen wurde gefordert, drei Prüfungen mit „überdurchschnittlichen Ergebnissen“ abzulegen. Ausgewählt waren unter anderem Wärmelehre, Strömungslehre und Konservierungsverfahren. Die Vorbereitung auf diese Prüfungen, die so abgehalten wurden, wie ich das aus meiner Studienzeit und von meiner ersten Promotion kannte, war für mich eine große Herausforderung. Schließlich habe ich die „überdurchschnittlichen Ergebnisse“ geliefert und wurde als Doktorand angenommen. Nachdem ich mir den zweiten Betreuer/Gutachter, der von einer anderen Einrichtung kommen musste, selbst gesucht hatte, war von mir nur noch eine annehmbare Arbeit abzuliefern und nach dem Vorliegen positiver Gutachten das Prüfungskolloquium zu bestehen.

Von der Universität Hohenheim wurde eingeschätzt, dass ich wahrscheinlich der älteste jemals an dieser Einrichtung betreute Doktorand war. Trotz dieser Situation hatte ich keine besondern Schwierigkeiten, aber auch keinerlei Zugeständnisse. Das Verfahren verlief nach der für die in der Regel 50 Jahre jüngeren Doktoranden geltenden Ordnung.

 

5. Was würden Sie anderen Promotionsinteressierten gerne mit auf den Weg geben?

Eine anstehende Aufgaben erkennen, die Lösungswege definieren sowie die Mittel und Wege abklären, mit denen eine solche Aufgabe zu bewältigen ist. Dann muss man einfach anfangen und jeden Tag etwas abliefern. Das war bisher eines meiner wichtigsten Rezepte.

 

6. Was schätzen Sie am VDI? Was würden Sie sich vom VDI in Zukunft wünschen?

Nach meinem aktiven Berufsleben liegen meine Hauptaktivitäten im Fachausschuss „Geschichte der Agrartechnik“ der Max-Eyth-Gesellschaft des VDI. Im Rahmen dieses Gremiums sind viele meiner Projekte entstanden und durch Anregungen unterstützt worden. Einige wurde auch im Team realisiert. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten hat eine fundamentale Bedeutung für mein „Rentnerhobby“. Allein im „stillen Kämmerlein“ macht es weniger Spaß und auch die zwingend notwendige Rückkopplung zu den Realitäten gestaltet sich schwieriger.

Bei vielen meiner/unserer Projekte gehen die Anforderungen über die eigenen und auch die Möglichkeiten der Mitglieder des oben genannten Fachausschusses hinaus, die meist ebenfalls nicht mehr im aktiven Berufsleben stehen und damit lediglich mit dem Status eines „interessierten Rentners“ agieren können. Mit einem solchen Status findet man mit seinen Anliegen in der Regel nur wenig Gehör.

Es ist verständlich, dass unsere zukunftsorientierte Gesellschaft für Betrachtungen zur Vergangenheit nur wenig Interesse, Zeit und Geld hat. Welchen Stellenwert solche Betrachtungen haben können ist auch mir erst relativ spät bewusst geworden. Um so mehr versuche ich jetzt mit dieser Erkenntnis etwas nachzuholen, was viele meiner Altersgenossen mit ihrem Potential sicherlich ebenfalls machen würden, wenn solche Arbeiten nicht nur Akzeptanz, sondern auch entsprechende Unterstützung erfahren würden. Der VDI sollte darüber nachdenken, welche Möglichkeiten er dafür aktivieren kann. Dabei wäre die Verleihung eines entsprechendes Status für viele Aktivitäten schon sehr hilfreich.   

„Nur wer die Vergangenheit kennt hat eine Zukunft“ sagte vor etwa 200 Jahren Wilhelm von Humboldt.

Ehrungen 2018

Alle geehrten Mitglieder der VDI Bodensee Bezirksvereins

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft

Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft

Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft

Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft

Ehrung für 65 Jahre Mitgliedschaft

Ehrungen 2018

25 Jahre

25 Jahre

Dipl.-Ing. (FH) Christian Amann

Ing. Jürg M. Ammann

Dipl.-Ing. Alexander Anders

Dipl.-Ing. Jörg Barme

Dipl.-Ing. Ralph Bartelmeß

Dipl.-Ing. Sven Behrens

Dipl.-Wirt.Ing.(FH) Werner Behrschmidt

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Ingolf Bocksch

Dipl.-Ing. Ralph Böhm

Dipl.-Ing. Stefan Bönig

Dipl.-Ing. (FH) Gregor Büche jun.

Dipl.-Ing. (FH) Holger Döbert

Dipl.-Ing. Oliver Dohn

Dipl.-Ing. (FH) Achim Droste

Dr. sc. techn. Olaf Eichstädt

Dipl.-Ing. (FH) Thorsten Eymael

Ing. (grad.) Martin Finkenzeller

Dipl.-Ing. (FH) Johannes Fischer

Dipl.-Ing. (FH) Uwe Flossmann

Dipl.-Ing. (BA) Axel Fuchs

Dipl.-Ing. Hubert Gerwig

Dipl.-Ing. Jochen Geschwentner

Dipl.-Ing. (FH) Walter Grom

Dipl.-Ing. Franz Grommisch

Dr.-Ing. Dirk Hertel

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Homann

Alexander Klos M.B.A.+ Eng.

Dr. sc. ETH Stefan Kristukat

Dipl.-Ing. (FH) Christian Kuhlmann

Dipl.-Ing. Univ. Nikolaus Kurz

Dipl.-Ing. Herbert Küster

Dr.-Ing. Andrzej Kornel Kuszlik

Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Langer

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Lutz

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Marder

Dipl.-Ing. (FH) Martin Mühlhofer

Dipl.-Ing. (FH) Heyje Park

Dipl.-Ing. Stefan Pleier

Dipl.-Ing. (FH) Henning Postert

Dipl.-Ing. Roland Rauch

Andreas Rauh

Dipl.-Wirt.Ing. Hartmut Rausch

Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Reingardt

Ing. HTL Christof Rohrer

Dipl.-Ing. Peter Rosemann

Dipl.-Ing. (FH) Alexander Salm

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Schidek

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Schimanski

Dipl.-Ing. Holger Schrader

Dipl.-Ing. Sven Schraven

Dipl.-Ing. Jörg Sielemann

Dipl.-Kfm. Rolf Stopper

Dipl.-Ing. (FH) Harald Sulzer

Dipl.-Ing. Lutz Thelen

Johannes van Merkesteyn

Dipl.-Ing. Guido Veit

Dipl.-Ing. Klaus-Martin Vierhaus

Dipl.-Ing. (FH) Armin Volk

Dipl.-Ing. Klaus-Jürgen Volk

Dipl.-Ing. Andreas Wacker

Dipl.-Ing. (FH) Michael Weis

Dipl.-Ing. Stefan Werner

Dr.-Ing. Robert Westphal

Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Wiehl

Dipl.-Ing. Christian Georg Wilmers

Dr. rer. nat. Stefan Winter

Dipl.-Ing. (FH) Jörn Witt

Dipl.-Ing. Univ. Oliver Wüst

Dipl.-Ing. (BA) Bruno Zinser

40 Jahre

Dr.-Ing. Werner Beisel

Dr.-Ing. Heimo Breton

Ing. (grad.) Günther Doser

Ing. (grad.) Gerhard Glöckler

Dipl.-Ing. Egon Gmeiner

Ing. (grad.) Bernhard Hensler

Ing. (grad.) Bernhard Hinz

Dr. Jürgen Junghans

Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Kienle

Dipl.-Ing. Manfred Knaden

Dipl.-Ing. Klaus Lechleiter

Dr.-Ing. Thomas Meisel

Ing. Axel Naujokat

Dipl.-Ing. Reimer Ott

Dipl.-Ing. (FH) Rudolf Plachta

Dr. Hans Peter Reck

Ing. (grad.) Michel Veysseyre

Dipl.-Ing. Bertold Weber

Prof. Dr. Helmuth Werner

Ing. (grad.) Erich Wieland

Ing. (grad.) Gerhard Wissing

Ing. (grad.) Hans Peter Zeeb

Dipl.-Ing. (FH) Manuel Zepf

50 Jahre

Constelium Deutschland GmbH

 

Dipl.-Ing. (FH) Martin Bader

Ing. (grad.) Falk Beyer

Ing. (grad.) Heinz Burkhart

Ing. (grad.) Anton Dürmuth

Ing. Walter Edele

Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Ellinger

Dipl.-Ing. (FH) Kurt Hermann Elsenhans

Rudi Hackenbruch

Ing. (grad.) Albert Harter

Dipl.-Ing. Siegfried Henkenhaf

Dipl.-Ing. Reinhard Krause

Dr.-Ing. Klaus Krombholz

Dipl.-Ing. Hans Georg Maschmann

Dipl.-Ing. (FH) Gunter Pfaff

Ing. (grad.) Siegfried Platz

Dipl.-Ing. Wolfgang Richter

Dipl.-Ing. Hans Schweickert

Ing. (grad.) Anjan Sen

Dipl.-Ing. (FH) Rolf Traub

Dipl.-Ing. Norbert Wand

Ing. (grad.) Stefan Zajonz

Dipl.-Ing. (FH) Ernst Zimmermann

60 Jahre

Ing. Dietmar Böhm

Dipl.-Ing. Axel Bringmann

Dr.-Ing. Uwe Delpy

Ing. Günther Frankfurth

Ing. Karl Rudolph

65 Jahre

MTU Friedrichshafen

 

Ing. Ludwig Veit