VDI Runde Westschweiz

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VDI Herbstreise Neuenburger Jura 2017

19.-22. Oktober 2017

Heuer stand unsere Herbstreise unter dem Motto „Uhren, Schokolade und Absinth, auf den Spuren der Geheimnisse des Neuenburger Jura“. Treffpunkt war La Chaux-de-Fonds, wo wir am Freitag Morgen starteten, um  per Bus in die Nachbarstadt Le Locle zu fahren. Hier besuchten wir das Logistik-Zentrum der weltberühmten Uhrenfirma Tissot, wo alle Bestandteile und  fertigen Uhren zusammengefasst, gelagert und zu den Kunden in aller Welt oder andern Tissot–Betrieben spediert und zu 100% einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen werden.

Wir erfuhren dabei, dass trotz der Wichtigkeit der Uhrenindustrie für die Schweiz, die hier produzierten Uhren zahlenmässig nur einen winzigen Anteil der Weltproduktion ausmachen, wertmässig jedoch etwa 80 %. Die Schweiz ist das Land der teuren und sehr teuren Uhren!

Am Nachmittag wartete dann ein besonderer Leckerbissen auf uns: ein Besuch im Château des Monts, einem Herrschaftssitz aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das Schloss ist schon mit seiner Lage oberhalb von Le Locle ein Traum. Darin finden sich die Schätze des Uhrenmuseums von Le Locle mit zahlreichen Kostbarkeiten der Uhrmacherkunst.

Nach der Übernachtung in La Chaux-de-Fonds stand am Samstag ein Ausflug ins Val de Travers - dem Tal des Absinth - auf dem Programm. Absinth ist ein Schnaps aus Wermuth und weiteren Kräutern, der wegen seiner grünlichen Farbe auch „La Fée verte“, die „grüne Fee“, genannt wird. Vor 150 Jahren hatte der Absinth – damals in aller Welt ein Kultgetränk - eine enorme Bedeutung  für das Tal. Er kam dann aber in einen schlechten Ruf und wurde in einer Volksabstimmung als Teufelszeug verboten. Der Absinth hatte aber nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung,  sondern gehört zur Identität des Val de Travers. Deshalb machten Schwarzbrenner im Geheimen weiter, trotz drakonischen Strafen. Heute ist das Verbot aber aufgehoben und die Herstellung und der Konsum wieder legal. In Môtiers gibt es nun sogar ein Musée de l’Absinthe, wo wir alles erfuhren, was wir über den Absinth wissen wollten. Auf einem kleinen Spaziergang zur berühmten Schlucht Poëta-Raisse entdeckten wir - oh Wunder - eine Flasche Absinth, die eine gute (grüne) Fee für uns versteckt hatte und so konnten wir das berühmte Getränk gleich kosten.

Nach dem Mittagessen führen wir zwei Dörfer weiter nach Noiraigue, wo Kollege Michael Lauenstein den Besuch bei der Firma Jacot, einer kleinen, aber feine Schokolademanufaktur, organisiert hatte. Jacot ist spezialisiert auf die Herstellung von exklusiven Schokoladesorten für Kundengeschenke. Hier lernten wir bei einer Degustation, dass Schokolade nicht einfach Schokolade ist, sondern mit aufeinander abgestimmten Zutaten zu etwas ganz Besonderem gemacht werden kann.

Am Sonntag Morgen machten wir zum Abschluss einen Stadtrundgang durch die Stadt La Chaux-de-Fonds. Auf 1000 m über Meer ist sie eine der am höchsten gelegenen Städte dieser Grösse in Europa. Mit kargen Böden und langen harten Wintern wandten sich die Bauern früh einem Nebenerwerb zu, der Uhrmacherei. Nach einem Grossbrand im Jahr 1794 wurde die Stadt ganz neu aufgebaut, diesmal in einem Schachbrettmuster, wie wir es von amerikanischen Städten her kennen. Wegen diesem Merkmal und den vielen Zeugen des Jugendstils wurde sie von der Unesco zum Weltkultererbe erklärt. Wir entdeckten so viel Interessantes, dass das bei vielen den Wunsch weckte, zurückzukehren und mehr von den verborgenen Schätzen dieser Stadt kennen zu lernen.

(H. Wiedemar)