Seniorenkreis Friedrichshafen

Nächte Veranstaltungen:

Veranstaltungen des Arbeitskreises finden Sie auf der Webseite: http://www.vdi-sen-fn.de/

Achtung: Dies ist eine Seite, die nicht vom VDI Bodensee-BV verantwortet wird

Letzte Veranstaltungen:

Das unternahmen die Senioren im 1. Halbjahr 2019

Gestartet wurde im Februar mit einer von Werner Krauthause organisierten Besichtigung der Hauptfeuerwache in Friedrichshafen. Das war die praxisbezogene Fortsetzung des Vortrags vom Januar über Brand- Katastrophenschutz. Der Leiter der Feuerwache, Herr Laurösch, schilderte anschaulich, auf was seine Männer vorbereitet sind und wie die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsdiensten und der Polizei im Ernstfall klappt. Nicht nur wenn es brenntrückt die Wehr aus, zu allen Gelegenheiten wird sie angefordert. Verkehrsunfälle, hilflose Personen, Tierrettungen, Sturmschäden oder Personenbergung sind ihr täglich Brot. Auch Gefahrgutbergung und Unfälle auf dem See stehen an. Dazu ist ständig eine kleine Mannschaft einsatzbereit und es können weitere Wehrmänner in kürzester Zeit aufgeboten werden. Diese dienen freiwillig, nur Einige arbeiten hauptberuflich. Daran schloß sich eine Hausbesichtigung an. Beeindruckend waren die Werkstätten und Vorratslager, z. B. Sandsäcke sowie Einrichtungen, die der Fitness und dem Nachweis der Leistungsfähigkeit dienen, die jeder Mann wie Frau, regelmäßig durchlaufen muss. So müssen jeweils 2 Männer in voller Ausrüstung mit Atemschutz (Gewicht 15 kg) sich, z.T. kriechend, durch ein Labyrinth arbeiten, um in einem realitätsnahen, raucherfüllten Raum Personenrettung zu üben. In den geräumigen Hallen wurde uns anschließend der umfangreiche Fuhrpark vorgeführt, auch Generatoren mit Scheinwerfern und Fahrzeuge der Ölwehr für Land- und Wassereinsatz gehören dazu. Wer hätte gedacht, dass bei Großeinsätzen auch Umkleidemöglichkeiten und Toiletten ( DIXI-Klo!) mitgeführt werden müssen? Man ist hier also auf alles vorbereitet.

      Für den März gelang es Herrmann Ochaba uns für einen Nachmittag den Zutritt zum Schloß Gießen zu ermöglichen. Wer von Kressbronn nach Tettnang fährt, sieht den markanten Wohnturm rechts im Land aufragen. Das mittelalterliche Anwesen, resp. was davon noch übrig war, hat der jetzt pensionierte Optiker Heine aus Friedrichshafen vor einem halben Jahrhundert samt Umschwung  für einige D-Mark erworben und in 44 Jahren mit eigenen Händen, bis auf das neue Dach,  rekonstruiert . Überraschungen hat er dabei genug erlebt, wie der Eigentümer humorvoll zum Besten gab. Es war im 13. Jhdt. als Wasserschloß erbaut worden und im Besitz der Edlen von Wolfurt. Seit 1405 gehörte es dem Heilig Geist Spital in Lindau, bis Napoleon die Zollschranken einführte. Heute bewohnt es der Bauherr und lebt auf mehreren Stockwerken in einem stilvollen und modernen Ambiente.

      Die Fahrt im April kam auf Betreiben von Ingo Liebig zustande und führte auf die Baustelle von Stuttgart 21, einem der stark umstrittenen Bauprojekte unsere Republik. Es begann mit einem Vortrag und einer Besichtigung des ansehnlichen Modells des zukünftigen Bahnknotens im Turm des alten Bahnhofs von Architekt Boenisch. Auch der nachfolgende Blick vom Zugang zu den Bahnsteigen auf die Baugrube war faszinierend. Es wuselte dort, Fahrzeuge lieferten Material, Kräne transportierten es und dazwischen die Bauarbeiter. Der erste der großen Pilze als Dachträger war gerade ausgeschalt. Hoffen wir, dass dieses Projekt pünktlich dem Verkehr übergeben werden kann, wovon viele Menschen profitieren werden.

      Am Nachmittag fuhr unser Bus zum Stuttgarter Straßenbahnmuseum. Hier wurden Kindheitserinnerungen bei denen wach, die in einer Großstadt aufgewachsen waren. Doch gestürmt wurde der Wagen der alten Bahn, die von Pferden gezogen wurde, denn dort konnten alle dem Einführungsvortag lauschen. Anschaulich war, welche Entwicklungsstufen der städtische Personennahverkehr im Lauf von hundert Jahren zurückgelegt hat. Auch wurde gezeigt, welche Bedeutung die Straßenbahn beim Gütertransport im Krieg und der Nachkriegszeit spielte, als Lastautos kaum vorhanden waren.

     „Mai kühl und naß…“ so beginnt ein altes Sprichwort und da ist was dran: Kühl und windig war es zum Ausflug im Mai nach Kempten. Naß war es von unten, denn es wurde ein Laufwasserkraftwerk besichtigt. Die Allgäuer Überlandwerke betreiben sieben dieser Kraftwerke, um das Gefälle der Iller von 25 m innerhalb der Stadt zur Stromerzeugung zu nutzen. Wir besuchten das Kraftwerk Keselstrasse, das in den 1950er Jahren errichtet wurde und die beidseits des Flusses liegende Spinnerei und die Weberei (heute Rosenau-Wohnsiedlung) mit Energie versorgte. In den 1970er Jahren wurde es modernisiert und die Stromerzeugung auf 10,5 MW gesteigert. Heute versorgt das Kraftwerk rund 3000 Haushalte. Die Baulichkeit erhielt als Dach neu eine tollkühne dreidimensional gekrümmte Stahlbetonschale (95 x 22 m) und ist auf die denkmalgeschützten Wohngebäude ausgerichtet, wofür die Architekten mit dem „Deutschen Architekturpreis“ ausgezeichnet wurden. Zur Stromerzeugung wurden zwei Kaplan-Turbinen von Andritz Hydro, Ravensburg geliefert, die eine Fallhöhe von 5,20 m nutzen. 

      Am Nachmittag gab es anschaulichen Geschichtsunterricht. Besichtigt wurden der „Archäologische Park Campodonum“, dem Kempten seinen Namen verdankt. Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. stand hier an der Kreuzung zweier Handelswege eine römische Siedlung, wo der Statthalter der Provinz Rätien seinen Sitz hatte, bis er diesen nach Augsburg verlegte. Seit 1885 hat das Bodendenkmalamt etliche Teile freigelegt wie das Forum, Thermen und den Tempelbezirk. Um den Besuchern ein anschauliches Bild bieten zu können wurden einige Altäre und kleine Tempel innerhalb eines überdachten Umgangs rekonstruiert und mit Artefakten bestückt. Auch die Therme wurde eingehaust. Werner Krauthause sei hier für die Vorbereitung und Durchführung gedankt.

     Für den Juni hatte unser gerade 90 gewordene Kollege Robert Stahl (herzlichen Glückwunsch!) ein Ziel gewählt, das ihm besonders am Herzen lag: Die schmucke Kleinstadt Blaubeuren. Sie hat nicht nur sehenswerte Fachwerkhäuser aufzuweisen, sondern ein Welterbe, den „Hohle Fels“. Das ist die wohl berühmteste der Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb im Aachtal bei Schelklingen. 2008 fanden hier Archäologen Fragmente aus Mammut-Elfenbein, die zusammengesetzt die „Venus von Hohle Fels“ ergaben. Die etwa 6 cm hohe Figur ist die weltweit älteste plastische Darstellung eines Menschen und ca. 43 000 Jahre alt. Die Höhle war von Mensch und Tier bewohnt, denn es wurden noch andere Hinterlassenschaften gefunden und deshalb wird weiter gegraben. Die Höhle war ungemütlich kalt, so konnten die Ausgrabungsergebnisse besser im Urweltmuseum bei einer Führung besichtigt werden, z.B. Werkzeuge, Flöten ein 3,6 cm großer Pferdekopf und ein 4,7 cm großer Wasservogel, ebenfalls aus Elfenbein.

Nachmittags war bei 35°C Kondition für den Rundgang durch die Stadt erforderlich. Am kühlen Blautopf war dann Endstation. Aber hier wartete noch eine Besichtigung auf uns, nämlich das historische Pumpwerk von 1875 zur Albwasserversorgung. Es galt täglich 518 000 Liter um 255 m anzuheben, um endlich die große Wasserknappheit zu beseitigen. Über 100 Jahre war diese Anlage in Betrieb und hat wesentlich zur besseren Lebensqualität der Bauern beigetragen, auch das Vieh konnte gedeihen. Der Pumpenantrieb geschah durch eine Francis-Turbine, die 2 m Höhendifferenz nutzte, um 43,2 PS Antriebsleistung bei 64 min-1 zu erzeugen. Die Räder zur Kraftübertragung hatten Hartholzeinsätze als Zähne, die Wasserschläge besser abfederten und bei Bruch sich einfach austauschen ließen.                                                                      Axel Bringmann

 

Silvester kommt immer so plötzlich

Auch das Jahr 2018 ging wie im Flug vorbei und schon schreiben wir 2019. Wie in den Jahren zuvor trafen sich die Senioren am 13.12. im Roncallihaus  zur Nachlese. Walter Schwarzott konnte wieder eine umfassende Rückschau halten. Trotz diverser Stornos waren unsere Exkursionen fast immer ausgebucht, die Mehrtagesreisen aber „schwächeln“ etwas. Und es waren wieder viele Stationen, die wir angesteuert hatten, alle immer interessant. Traditionell erhielten die Organisatoren als Anerkennung für ihren Einsatz eine Flasche aus der Meersburger Kellerei, dieses Mal sogar einen Sekt. Gefreut haben sich darüber die Herren Klaetke, Krauthause, Liebig, Ochaba, Platz, Prüsse und Bringmann. Mit einer kurzen Vorschau, was uns 2019 erwartet, schloß die Veranstaltung mit guten Wünschen zu den Festtagen.
       Am 31. Januar traf sich der Kreis erneut, um zu hören, wie das Jahr ablaufen wird und wer sich wo angemeldet hat, denn es stehen zehn Ausflüge und die Zusammenkunft im Dezember auf dem Programm. An diesem Tag lautet ein Programmpunkt Übergabe des Präsents an Walter Schwarzott und seine Frau Ingrid. Da alle Teilnehmer ihre Geldbeutel geöffnet hatten, konnten wieder ein ansehnlicher Präsentkorb, mehrere Gutscheine für Restaurantbesuche und ein Blumenstrauß überreicht werden. Auch der Berichteschreiber  wurde mit einer hochprozentigen Gabe erfreut. Siegfried Platz hatte es erneut übernommen und herzliche Dankesworte für alle gefunden. Der Eine hat mit großem Einsatz und umfangreichen Excel-Tabellen die Zügel straff geführt und seine Frau mit großer Umsicht die Finanzen verwaltet. Auch dieses Jahr wurden wieder die beliebten Umschläge mit den Rückerstattungen ausgehändigt.
      Auch dieses Jahr fand wieder ein interessanter Vortrag statt, für den Otto Gillhausen den Kreisbrandmeister des Bodensee Kreises Henning Nöh gewonnen hat. In lockeren Worten schilderte der oberste Feuerwehrmann ein ernstes Thema: „Katastrophen- und Brandschutz“. Im Ernstfall führt er bei der „nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“ die Rettungszüge der Feuerwehren, des DRK, des THW und Malteser sowie Johanniter Hilfsdienstes. Nur die Polizei führt ein Eigenleben , ist aber in den Führungsstäben gut vertreten. Erstaunen ließ  die Zahl von 1,1 Mio. Feuerwehrleuten in Deutschland, zu denen nur 40 000 Berufsmänner gehören, den größten Teil stellen also Freiwillige im Ehrenamt. Im Kreis Bodensee Oberschwaben sind das insgesamt stattliche 3790 Personen. Diese üben ständig in kleinerem Kreis oder im Verband. Regelmäßig wird die Einsatzbereitschaft geprobt und das Können durch Prüfungen nachgewiesen, denn auch hier müssen Erkenntnisse und Einsatzbedingungen mit der Entwicklung Schritt halten z.B. beim Brand von Photovoltaikanlagen oder Elektroautos. Mit zahlreichen Beispielen und Fotos von unterschiedlichen Ereignissen konnte Henning Nöh die Zuhörer fesseln und die Redezeit schnell überschreiten. Eine kurze Diskussion schloß sich an, bei der er berichtete, die oft in der Presse geschilderten Übergriffe auf Hilfskräfte sind bei uns noch nicht registriert worden. (Text und Bilder: Bringmann)

Auf nach Memmingen

Memmingen galt als „weißer Fleck“ in unserer Umgebung und so wurde es höchste Zeit der Stadt einen Besuch abzustatten. Diese Idee von Axel Bringmann haben die VDI-Senioren im September in die Tat umgesetzt. Als Besuchsziel hatte er die Firma Pfeifer Seil- und Hebetechnik GmbH ausgekundschaftet, die so ganz andere Produkte herstellt und bearbeitet, als auf den vorigen Exkursionen besichtigt, nämlich Seile.
         Die Herren Geh und Hanz standen bereit, die Gruppe durch das Werk zu führen. Zuerst aber gab es eine Stärkung und eine Vorstellung des Unternehmens, das erstmals 1579 als Hanfseilerei in einer Urkunde erwähnt wurde und bis heute inhabergeführt wird. Die Seilerei befindet sich heute allerdings in Mülheim und fertigt dort Stahlseile für den Aufzugbau, die Industrie und den Bergbau. In Memmingen werden unterschiedlichste Seile entsprechend den Kundenforderungen, vornehmlich aus der Bauindustrie, konfektioniert, das heißt auf genaue Länge geschnitten und mit Endstücken versehen.
          Das Lieferprogramm von Pfeifer umfasst Seil- und Membrandachtragwerke für Stadien, Tragkonstruktionen mit Seilen für Fassaden und Brücken, serienmäßig hergestellte Anker- und Seilprodukte für den Betonfertigteilbau, Seiltechnologie für Krane, Baumaschinen, den Bergbau und die Industrie, aber auch Seiltechnologie für Schutzverbauungen wie zum Beispiel Steinschlag-Fangsysteme im Gebirge und mehr.
          Von den rund 1600 Mitarbeitern sind 600 hier am Ort tätig, der Rest ist auf eigene Gesellschaften in 19 Länder verteilt, wobei in China für den lokalen Markt eine eigene Produktion aufgebaut wurde. Der Jahresumsatz liegt bei 260 Millionen Euro. Fünf von acht Geschäftsbereichen werden nach Kaizen geführt, alle sind zertifiziert.
           Beim Rundgang im Stammwerk in Memmingen wurden uns Einblicke in die Konfektionierung von Seilen mit Klemmen und Endbefestigungen verschiedenster Bauart gewährt, denn die Drahtseilenden werden auf unterschiedliche Weise gefaßt, was meist vom Seildurchmesser abhängt. Bei geringen Durchmessern gibt es Klemmen, bei dickeren Seilen werden die Enden für Sonderanwendungen gespleißt, zumeist aber in die Endbefestigungen wie Gabelseilhülsenvergossen. Das Spleißen erfordert auch heute noch harte Muskelarbeit. Zu unserem Erstaunen gab es auch noch Hanfseile. Besonders beeindruckt hat ein Stahlseil von 140 mm Ø. Es war in voller Länge von 200 m in der Halle ausgerollt und erhielt gerade Endstücke. Später wird es eine Fußgängerbrücke tragen. Außerdem wurde im Prüfraum demonstriert, wie Seile auf Zugbeanspruchung getestet werden, um schlussendlich mit lautem Knall zu zerreißen.
             Gestärkt in der Betriebskantine folgte der kulturelle Teil des Ausflugs, eine etwas verkürzte Stadtführung. Memmingen hat eine interessante Altstadt, die vom Stadtbach durchflossen wird und außer einer teilweise erhaltenen Stadtmauer Bauwerke verschiedener Epochen, vorrangig aus der Renaissance, aufweist. Von derartigen Gebäuden ist auch der zentrale Marktplatz umgeben. (Text: Bringmann)