Seniorenkreis Friedrichshafen

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Auf der Rhät´tschen Eisenbahne…

gibt’s auch viele Haltstatione, nur heißen die dort Tiefencastel, Filisur oder Bergün. Für den 30. Juni hatte Werner Krauthause für die Senioren ein attraktives Reiseziel ausgekundschaftet:

Eine Baustelle der Rhätischen Bahn in Graubünden/Schweiz,wo gegenwärtig der zweite Stollen für die Eisenbahndurchfahrt am Albulapass ausgebrochen wird. 

            Wie gewöhnlich ging es früh am Morgen per Bus in Friedrichshafen los. Nach einer Kaffeepause war der Umsteigepunkt in dem einheitlich roten Zug, die Station Tiefencastel, erreicht. Schon bei der nächsten Station  in Filisur hieß es umsteigen und dann ging es weiter bis Station Davos-Wiesen. Dort ausgestiegen wanderten wir den Bahndamm entlang, um  das imposante Brückenbauwerk „Wiesener Viadukt“ aus einiger Entfernung anzuschauen und abzuwarten, ob ein gutes Fotoobjekt über die Brücke fährt. Tatsächlich, nach geraumer Zeit kam ein Sonderzug, bestehend aus geschlossenen grünen und gelben offenen Waggons, gefüllt mit fotografierenden Touristen und wurde gezogen von einer braunen  Lok des Typs „Krokodil“. Diese Lok war in den 30er Jahren  die Leistungsstärkste und entsprechend groß. Heute ist sie nur noch in Museen zu finden. Dann hieß es aber wieder „einsteigen“ und es ging zurück nach Filisur, wo wir sogleich den Zug in Richtung Bergün bestiegen. Dieser Abschnitt der Fahrt ist besonders reizvoll. Führt er doch durch eine schöne Landschaft mit einem langen Kehrtunnel, um plötzlich den Ort Bergün nicht mehr aus der Froschperspektive,. sondern auf gleicher Höhe zu sehen. Hier wurde nun erneut ausgestiegen zum vorbestellten Mittagessen. Gestärkt hieß es wieder „einsteigen“ für eine Station bis Preda. Das ist der Halt vor dem Albula-Tunnel und war Ziel der Exkursion. Vor uns lag eine ausgedehnte Baustelle mit Hütten, Aushub und Transportbändern. Man erkannte sofort einen Baubahnhof und einen professionell ausgebauten Besucherempfang, wo uns zwei Führer empfingen.

       Zur allgemeinen Information gehörte die Vorstellung des Objekts und des Programmablaufs. Den Stollen durften wir nicht besuchen, die Führung ging um die weitläufige Baustelle herum. Die Rhätische Bahn sei zu 51 % im Besitz des Kantons Graubünden und zu 43 % im Besitz der Eidgenossenschaft und gehört somit auch zur SBB. Der Albulatunnel II verläuft parallel zur alten Tunnelröhre und wird 5860 m lang und damit 4 m kürzer als die alte Strecke.

       In Preda liegt die Tunnelsohle auf 1788,90 m ü.M. und der Vortrieb erfolgt von beiden Seiten. Zuerst stieß man von Preda aus auf mehr als 1100 m Allgäuschiefer, dann kam eine Schicht wasserhaltiges Lockergestein und danach gibt es nur noch Albulagranit. Aus diesem Grund kann nicht mit einer Tunnel-Vortriebsmaschine gearbeitet werden, es muss gesprengt werden. Das hat den Vorteil, der Ausbruch kann je nach Qualität zu Betonzuschlagsstoff, Schotter oder Kies verarbeitet werden. Nicht brauchbare Material wird in der Nähe abgelagert. Das Ausbruchsmaterial von der Gegenseite (Spinas, 1814,9 m ü.M.) wird mit Zügen durch den bestehenden Tunnel zur Verarbeitungsstelle Preda transportiert. Von einem erhöhten Standpunkt konnten wir die gesamte Anlage mit ihren langen Transportbändern, Bunkern  für die verschiedenen Materialarten, den Bewetterungsanlagen und Strom- sowie Wasserleitungen gut übersehen. Eine Auflage war außerdem zu erfüllen: Die historische Bausubstanz wie altes Stationsgebäude und Lagerschuppen stehen unter Denkmalschutz und müssen aufwendig geschützt werden. Der stillgelegte Tunnel wird später als Fluchttunnel genutzt und erhält Sicherheitsschleusen, indem Querschläge zum neuen Bahntunnel angelegt werden. Fußmüde und von praller Sonne beschienen ging es anschließend per Bahn zurück nach Bergün, wohin zwischenzeitlich unser Bus gefahren war, um uns wohlbehalten und mit vielen Eindrücken wieder nach Hause zu bringen.  

(Text: Bringmann)

Wenn einer eine Reise tut….

dann kann er was erzählen. Dieser Spruch gilt auch für die Seniorenreise in die Niederlande vom 02.bis 07.Juli , die unser Mitglied Siegfried Platz organisiert hat. Er wollte uns sein hochgeschätztes Land zeigen, mit dem ihn viel verbindet. Verbindungen waren dann auch das Erfolgsgeheimnis dieser Reise, die uns sonst verschlossene Türen öffneten.

Gestartet wurde wegen der langen Anfahrt bereits in aller Frühe. Erstes Etappenziel war am Montag Jülich und dort  das Forschungszentrum, das uns noch als Kernforschungsanlage des Landes NRW gut in Erinnerung war. Im Zuge des Atomausstiegs wurden Dank Schlüsselkompetenzen in Physik und Supercomputing ganz neue Tätigkeitsfelder aufgebaut und das Institut in die Helmholtz Großforschungseinrichtung integriert. Heute forschen 5800 Mitarbeiter interdisziplinär auf verschiedenen Gebieten wie Gesundheit und Energie. Herr Koschmieder vom Zentralinstitut ZEA 1 stellte uns das Institut vor.

Danach liegen die Schwerpunkte der Forschung gegenwärtig auf Quantencomputer- und Energieforschung  und hier auf Speichertechnologie, energiefreundlich Produktion, Klimabeeinflussung durch Partikel in der Atmosphäre und Gesundheit. Dies alles geschieht in Kooperation mit der RWTH Aachen und Hochschulen in Belgien und Holland. Aber auch mit Garching besteht eine enge Zusammenarbeit. Der Referent sprach salopp von Kunden als  „Spielkameraden“.

Anschließend führte uns Herr Knut Dahlhoff durch etliche Abteilungen. Zu unserem Erstaunen waren darunter eine Werkstätte für die Herstellung von Bauteilen aus Spezialglas  Hier gab es Maschinen, die von speziell ausgebildeten Glasmachern bedient werden und in denen Glasrohre oder Glasprofile verformt werden. Hier entstehen Wärmetauscher  aber auch Werkzeuge wie Scheren. In einem anderen Raum werden Materialien mittels Laser- oder Wasserstrahl getrennt. In einem weiteren Raum werden Metallteile von 157 ?m Durchmesser maßgenau gedreht, gefräst oder gebohrt, was bei 40 000 min-1 geschieht. Geforscht wird an dem Institut an bildgebenden Verfahren speziell für Gehirnuntersuchungen sowie an der Positronen Elektronen Tomographie. Ein Ziel ist dabei der Alzheimer Erkrankung beizukommen. Als einzige Aktivität aus der Kernforschung wird heute an der nuklearen Entsorgung gearbeitet.

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(Text: Bringmann)