Kunstofftechnik

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Schüttguttechnik in der Kunststoffindustrie

Mitte März lud die Firma Zeppelin Systems GmbH nach Friedrichshafen ein, um Innovationen und Entwicklungstrends im Bereich der Schüttguttechnik in der Kunststoffindustrie mit verschiedenen Fachbeiträgen aufzuzeigen. Diese Veranstaltung wurde von Prof. Daniel Schwendemann in seiner Funktion als Leiter Arbeitskreis Kunststofftechnik des VDI Bezirksverein-Bodensee organisiert. Gezeigt wurden dabei die neusten Entwicklungen im Bereich des Kunststoffrecyclings und der gezielten Aufwertung des Rezyklates, Innovationen in der Schüttgutförderung sowie Simulationsmöglichkeiten zur Vorhersage des Schüttgutverhaltens anhand verschiedener Beispiele.

Die Einführung in dieses interessante Seminar wurde von Herrn Wolfgang Horn (Geschäftsführer Zeppelin Systems GmbH) gehalten. Präsentiert wurden dabei die Gliederung der Zeppelin-Stiftung und die sechs verschiedenen Geschäftseinheiten der Zeppelin GmbH. Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie breit und mit welchen Richtlinien Zeppelin aufgestellt ist.

Anschließend an diese Einführung zeigte Herr Hans Schneider (Manager Corporate Development, Zeppelin Systems GmbH) auf, welche Herausforderungen beim Kunststoffrecycling und bei der Aufbereitung/Homogenisierung des Rezyklats entstehen. Um die gesetzlichen Vorschriften für das stoffliche Recycling von Verpackungen einhalten zu können, werden die Entwicklungen in diesem Bereich stark vorangetrieben. Ziel dabei ist es, durch gezielte Innovationen in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel die Entfernung flüchtiger Bestandteile oder die selektive Agglomeration möglichst nahe an die Schüttgutqualität von Neumaterial heranzukommen.

Gefolgt wurden diese spannenden Ausführungen von einer Präsentation durch Herrn Boris Meier

(IET, Hochschule Rapperswil). Inhalt dieser Präsentation waren verschiedene CAE-Möglichkeiten zur Voraussage des Schüttgutverhaltens während der Förderung oder Verkleinerung. Es gibt zwar aktuell keine CAE-Softwarelösungen, welche auf alle Problemstellungen angewandt werden können, jedoch besteht laut Herrn Meier die Möglichkeit, eigene Codes zu schreiben, welche auf diverse Anwendungen angepasst werden können.

Abgeschlossen wurde die Vortragsreihe durch Herr Guido Winkhardt (Bereichsleiter Technik, Zeppelin Systems GmbH). Er zeigte auf, welche Parameter bei einer Auslegung eines Fördersystems in Großanlagen beachtet werden müssen. Außerdem stellte er das hauseigene Technikum vor, welches für Versuchszwecke zur Handhabung von Schüttgütern im Bereich Kunststoff-, Chemie-, Gummi- und Reifen-Industrie aufgestellt wurde. Das Highlight dieses Technikums ist sicherlich die über 450 m lange Versuchsförderstrecke. Im Anschluss an die Vortragsreihe konnte dieses Technikum sowie die Produktion der Silos in einem geführten Rundgang besichtigt werden. Die Dimensionen der Silos sowie der Rohrleitungen für die Großanlagen waren sehr beeindruckend.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Firma Zeppelin Systems GmbH, welche allen Teilnehmern diesen offenen Einblick in die Firma und deren Technikum sowie Produktion ermöglichte.

Bericht: Prof. Daniel Schwendemann, Marc Akermann

Neues aus der Extrusionstechnik

Mitte März lud die Firma Jansen AG ins schweizerische Oberriet ein, um die neusten Innovationen im Bereich der Extrusion mit verschiedenen Vorträgen zu präsentieren. Die Veranstaltung, organisiert von Prof. Daniel Schwendemann, Leiter Arbeitskreis Kunststofftechnik des VDI-Bezirksverein Bodensee, zeigte die neusten Entwicklungen im Extrusionsbereich und die CAE gestützten Auslegungsmethoden.

Die interessante Vortragsreihe startete mit Philipp Rüttimann (Jansen) und einer Vorstellung der Firma Jansen und deren Produktpalette. Er zeigte eindrücklich, wie viel know-how in einem vermeintlich einfachen Fenster steckt. Weiter ausgeführt wurde diese hybride Bautechnik von Urs Brülisauer (Jansen). Wer gemeint hat, es gebe den einen Werkstoff für die Zukunft, der wurde eines Besseren belehrt. In einem solchen Stahl- oder Aluminiumrahmen steckt viel mehr Kunststoff als man von aussen betrachtet erwarten würde. Die Eigenschaften der verschiedenen Materialien ergänzen sich perfekt und unterstreichen die Wichtigkeit der hybriden Konstruktionen für die kommenden Jahre. Wie die in diesen Fenster oder Fassaden verbauten Kunststoffprofile und die Werkzeuge zu dieser Herstellung ausgelegt werden können, zeigte Silvan Walker (IWK). In der heutigen Zeit wird nicht mehr am Werkzeug „geschweisst und geschliffen“ sondern am CAD. Mit der CAE unterstützten strömungstechnischen Auslegung ist es möglich, das Werkzeug ohne Iterationsschlaufe zu fertigen und mit diesem die Kunststoffprofile direkt zu produzieren. Den benötigten Test- und Fertigungsaufwand reduziert sich damit drastisch. Nebst den Baulösungen ob Tage, stellte Dietmar Alge (Jansen) die neusten Geothermielösungen unter Tage vor. Mit der neu entwickelten Struktur von Geothermiesonden, der sogenannten „Jansen shark Technologie“, ist es möglich die Leistungsfähigkeit der Wärmepumpe deutlich zu erhöhen. Weiter gab es für die über 30 Teilnehmer einen Ausblick in die Zukunft. Geplant ist eine neue edelstahlverstärkte Hochdruck-Geothermiesonde, mit welcher Tiefen bis zu 500m erreicht werden können. Anschliessend an die Präsentationen konnte ein Rundgang durch das Kunststoffwerk mit der Herstellung von 5-Schicht Aluminiumverbundrohren, der Geothermiesondenproduktion und dem schweizweit grössten FANUC Roboter genossen werden. Abgerundet wurde der Anlass mit einem diskussionsreichen und genüsslichen Apèro.

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Firma Jansen, welche allen Teilnehmern diesen offenen Einblick in die Firma und deren Kunststoffwerk ermöglichte.

Patrick Fässler, 28.03.2017