Frauen im Ingenieursberuf

Als Frau in der Männerdomäne – Kamingespräch

Konstanz - 08. Mai 2019

Vier Ingenieurinnen aus dem VDI stellten sich am 08. Mai 2019 den Fragen der Studentinnen der Uni und der Hochschule Konstanz. Ihre Erfahrungen in einem männlich geprägten beruflichen Umfeld, mit der Vereinbarkeit von Beruf und Karriere und die Bedeutung von Netzwerken wurden beleuchtet.

13 Studentinnen sind der Einladung zum Kamingespräch von Gudrun Damm und Roxane Soergel gefolgt. Die jungen Frauen sind positiv überrascht, wie spannend und unterschiedlich die Karrierewege der Ingenieurinnen aussehen, die sie heute kennenlernen durften. „Ich gehe mit einem total positiven Gefühl nach Hause“, sagt Luisa Neuburger, Studentin im Bauingenieurwesen. „Jetzt weiß ich, dass es durchaus auch Vorteile hat, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten.“ Die Ingenieurinnen hatten aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet, wie sie oft trotz anfänglicher Vorbehalte von Kollegen und Mitarbeitern nach kurzer Zeit Vertrauen gewinnen und mit Einfühlungsvermögen und Sachverstand anstehende Änderungen vermitteln und Herausforderungen meistern konnten.

 

Unterschiedliche Berufe, Lebenswege und Lebensphasen

Die Geodätin Dr. Stefanie Schulte-Hinsken hat nach langer Karriere in der Industrie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bietet nun Beratung und Trainings zu Themen rund um Qualitäts-management, Prozess- und Projektmanagement, Führung und Kommunikation an.

Annelise Scherer Farina ist Elektrotechnikerin mit deutsch-brasilianischem Doppeldiplom, arbeitet beim Verteilnetzbetreiber Badenova in Freiburg und steht noch ganz am Anfang ihrer Berufslaufbahn.

Automatisierungs- und Industrie-4.0-Spezialistin Petra Itter ist bei der Maschinenbau-Firma Breyer in Singen tätig. Das jüngste von drei Kindern geht noch zur Schule. Nebenberuflich engagiert sie sich im Mentoringprogramm in Konstanz und im Netzwerk der „Frauen im Ingenieurberuf“ des VDI.

Worke Woldesemayat ist Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieurin und hat langjährige Erfahrung im Anlagenbau sowie der Antriebs- und Installationstechnik. Sie ist Mutter von vier schulpflichtigen Kindern und arbeitet derzeit an ihrer Dissertation.

„Ich bin positiv überrascht, wie offen und direkt die Ingenieurinnen unsere Fragen beantwortet haben“, kommentiert Studentin Lisa Nern den gelungenen Abend.

 

 Generationsübergreifender Austausch in beide Richtungen

Stefanie Schulte-Hinsken ist schon lange als Mentorin in Konstanz dabei. Sie schlug die Brücke zum Arbeitskreis „Frauen im Ingenieurberuf“ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), aus dem die Gesprächspartnerinnen gewonnen werden konnten. Denn Frauen aus technischen Berufen sind rar und manchmal schwer zu finden. „Ich bin begeistert von diesem Austausch und finde es sehr interessant, wie die jungen Frauen ihr Leben anpacken. Die Bereicherung durch so einen Netzwerkabend geht in beide Richtungen“, stellt Stefanie Schulte-Hinsken zum Abschluss fest.

Die „Frauen im Ingenieurberuf“ Schwarzwald, Bodensee, Schweiz treffen sich regelmäßig zu abendlichen Stammtischen, sie organisieren gemeinsame Betriebsbesichtigungen oder Vorträge. (Kontakt unter katharina.buss@hs-furtwangen.de)

Stammtischrunde im März 2019