Aktuell

Künstliche Intelligenz: Licht- und Schattenseiten

Vortrag Prof. Dr. W. Ertel

Bereits 1996 gewann Deep Blue gegen Gary Kasparow eine Partie Schach mit regulären Zeitkontrollen. Warum dauerte es weitere 20 Jahre bis ein Computer im Brettspiel Go einen Meisterspieler besiegen konnte? Die Antwort ist einfach: das Schachspiel konnte mit klassischen Suchalgorithmen zusammen mit einer enormen Rechenleistung dominiert werden. Mit dieser Methode kommt die Maschine beim Spiel Go aufgrund seiner viel höheren Komplexität nicht weit. Existierende Go-Programme hatten Ende der 1990er Jahre eine Spielstärke, die kaum über der von ambitionierten menschlichen Anfängern lag. Der Sieg gelang schließlich, genau wie die meisten anderen großen Fortschritte der KI in den letzten Jahren, mit Hilfe von selbstlernenden Algorithmen. Das maschinelle Lernen ist die einzige Problemlösungsstrategie für hochkomplexe Anwendungen.

Zu genau diesem Thema gelang es dem VDI Bodensee Prof. Dr. Ertel, einen Experten mit über 30 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der KI, zu einem Vortrag nach Friedrichshafen einzuladen. Vor über 300 Zuhörern beleuchtete Prof. Ertel, der am Institut für Künstliche Intelligenz der Hochschule Ravensburg-Weingarten tätig ist, das Thema KI von zwei Seiten.

Einerseits berichtete er von „paradiesischen Zuständen“ in der nahen Zukunft durch den Einsatz von Servicerobotern und autonom fahrenden Robotertaxis. „Wir Menschen werden als Sicherheitsrisiko eingestuft und dürfen gar nicht mehr hinters Steuer“, so Ertel. Während einige Zuhörer sich trotzdem noch nicht recht vorstellen konnten, dass in 20 Jahren niemand mehr einen privaten PKW besitzen werde, klang die Vorstellung von nützlichen Haushaltsrobotern für alle sehr verlockend.

Andererseits ist es nicht zu vermeiden, dass technologische Fortschritte auch zu militärischen Zwecken genutzt werden. Das immense Risiko autonomer Waffen demonstrierte Prof. Ertel sehr eindrucksvoll mit einem kurzen Video, in dem der mögliche Einsatz autonom tötender Mini-Drohnen über Gesichtserkennung gezeigt wurde.

Noch nachdenklicher stimmten allerdings seine Gedanken zur technologischen Singularität. So wird der Punkt bezeichnet, ab dem die künstliche Intelligenz einer Maschine erstmals die jedes Menschen übersteigt. Laut Expertenmeinungen wird dies noch in diesem Jahrhundert erreicht und wenn wir nicht bei Terminator oder Matrix enden wollen, müssen wir bereits jetzt die Weichen stellen, um solche Szenarien abzuwenden oder zumindest hinauszuzögern.

Weitere Informationen zum Thema und Folien zum Vortrag finden Sie hier.

Mitgliederversammlung des VDI Bodensee-Bezirksvereins

Wie bereits letztes Jahr fand die Mitgliederversammlung im Rahmen der Messe „all about automation“ in Friedrichshafen statt. Am Mittwoch, den 07. März 2018 hatte jedes VDI-Bodensee Mitglied die Möglichkeit, über das vergangene Geschäftsjahr informiert zu werden und einen Ausblick auf das laufende Jahr 2018 zu erhalten.

Zum ersten Mal wurde die Versammlung von Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Horn, der sein Amt als 1. Vorsitzender im Januar 2018 antrat, geleitet. Weitere personelle Änderungen beim VDI-Bodensee sind das Ausscheiden von Simon Hennig als Leiter des „VDIni Clubs“ und die Übernahme der Leitung des Arbeitskreises „Studenten und Jungingenieure“ von Vincent Choquet und Armin Maier.

Eines der Highlights des vergangenen Jahres war die finanzielle Unterstützung der Roboter-AG des BZM Markdorfs. Mit einer Spende in Höhe von 2.500 € half der VDI-Bodensee den Jungen und Mädchen die Reise nach Japan zur Weltmeisterschaft anzutreten, für welche sich die „Bodenseekrokodile“ qualifiziert hatten. Bei diesem Wettbewerb konnte sich das Team der Roboter AG den Weltmeistertitel sichern.

Als eine weitere Neuerung wurde das veränderte Kommunikationskonzept des Bezirksvereins präsentiert. Zukünftig wird es nur noch einmal jährlich eine gedruckte Informationsbroschüre an die Mitglieder geben. Newsletter, Vortragseinladungen sowie Berichte aus den Seniorenkreisen werden nur noch elektronisch zur Verfügung gestellt. Erste Auswertungen zeigen, dass das neue Konzept von unseren Mitgliedern angenommen wird.

Als Neuigkeit aus dem Landesverband konnte die neue Veranstaltungsreihe „TrendForum“ vorgestellt werden. Geplant sind fünf Veranstaltungen in den fünf Bezirksvereinen mit aktuellen Themen aus der Welt der Ingenieurinnen und Ingenieure. Das Motto für die erste Vortragsreihe läuft unter dem Titel “Trends im Digitalen Engineering“. Die erste Veranstaltung des Bodensee Bezirksvereins findet im Juni 2018 unter dem Titel “Digitalisierung im Anlagenbau statt“.

Als Vertreter der Geschäftsstelle stellte Armin Zeising Zahlen aus dem Bodensee Bezirksverein vor. Mit seinen 20 Arbeitskreis- und Bezirksgruppenveranstaltungen mit insgesamt über 1200 Teilnehmern und den 36 Veranstaltungen der Seniorenkreise mit fast 1000 Teilnehmern kann der VDI-Bodensee Bezirksverein auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken.

Hinzu kommt eine solide Nachwuchsarbeit mit zwei Veranstaltungen für die Kinder des VDIni Clubs (4 bis 12-jährige), gute Vorarbeit für die geplante Clubgründung des Zukunftpiloten-Clubs (13 bis 18-jährige) und vier Veranstaltungen des neugegründeten Kreises Studenten und Jungingenieure (bis 33-jährig).

Die Mitgliederzahl war in 2018 leicht rückläufig liegt aber im Trend des Hauptverbands und Landesverbands. In 2017 konnten 118 neue Mitglieder begrüßt werden.

Für 2018 sind bereits viele interessante Veranstaltungen geplant. Diese finden Sie auf unserer Homepage www.vdi-bodensee.de/termine/.

Auch Kassenwart Robert Vöhringer konnte einen positiven Bericht über die Finanzen abliefern, sodass der Vorstand ohne Gegenstimmen, mit zwei Enthaltungen entlastet wurde.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die zahlreichen Ehrungen der langjährigen Mitglieder des VDI-Bodensees. Urkunden und Ehrenabzeichen wurden von den Vorsitzenden Dipl.-Ing.(FH) Wolfgang Horn und Dipl.-Ing. Raimond Gatter für 25, 40, 50, 60 und sogar 65-jährige Mitgliedschaft verliehen. Zusätzlich erhielten die zu Ehrenden ab 50-jähriger Treue einen hochwertigen Glaswürfel mit Gravur des VDI – Bodensee BVs. Geehrt wurden auch 2 Fördermitglieder des Bodensee Bezirksvereins, MTU Friedrichshafen GmbH für 65 Jahre und Constellium Deutschland GmbH für 50 Jahre.

Weitere Fotos und Informationen zu den Ehrungen finden Sie hier: www.vdi-bodensee.de/ueber-uns/mitglieder/.   

Nachruf auf Karl Lohaus

Kurz vor seinem 86. Geburtstag verstarb am 24. Februar diesen Jahres unser langjähriger Vorsitzender Dipl.-Ing. Karl Lohaus. Er war von 1975 bis 1992, also über 17 Jahre, der Vorsitzende unseres VDI Bodensee-Bezirksvereins mit der längsten Dienstzeit. Dies war damals noch möglich, weil die zeitliche Begrenzung der aktiven Zeit eines Vorsitzenden erst nach seinem Rücktritt beschlossen wurde. Nach seinem Studium kam Karl Lohaus als junger Ingenieur nach Friedrichshafen und begann seine berufliche Tätigkeit bei der Fa. Maybach-Motorenbau GmbH und wechselte später zur Fa. ZF Friedrichshafen AG. Bei der Maybach-Motorenbau GmbH, später MTU Friedrichshafen, war er hauptsächlich im Projektmanagement tätig. Diese Tätigkeit führte ihn schon früh zu Firmenkunden ins Ausland. So lernte er als Projektingenieur bald die halbe Welt kennen und war dadurch offen für andere Länder und andere Kulturen. Kein Wunder also, dass sich diese Weltoffenheit auch auf den Bodensee-Bezirksverein übertrug. Bald nach seiner Amtsübernahme knüpfte er Kontakte zu den schweizerischen Ingenieursvereinigungen SIA und Swiss-Engineering, wissend dass rund ein Drittel unserer BV-Mitglieder in der Schweiz leben und arbeiten. Mit Hr. Prof. Widmer von der ETH Zürich verband ihn ein enger Kontakt.  Lohaus war aber auch der Initiator manch schöner Exkursion unseres Bezirksvereins. So ging die erste Auslandsreise schon ein Jahr nach seinem Amtsantritt im Jahre 1976 nach London. Weitere Reisen folgten nach Ungarn, 1978 nach Moskau und Leningrad (St. Petersburg), nach Afrika, Asien und China. Bei all diesen Reisen war neben dem kulturellen immer auch ein interessanter technischer Teil im Programm. Lohaus engagierte sich dafür, dass der VDI allgemein in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird. So konnte er bei unserem 75-jährigen Jubiläum, im Jahre 1984, neben den Kommunalrepräsentanten auch den damaligen Baden-Württembergischen Wirtschaftsminister Dr. Eberle, ein wichtiger Vertreter der Landesregierung, beim Festakt in Meersburg begrüßen. Für seine Verdienste verlieh ihm der Bodensee-Bezirksverein im Jahre 1986 die Ehrenplakette und 1990 die Ehrenmedaille. Im Jahre 1992 übergab Karl Lohaus dann sein Amt an seinen Nachfolger Hr. Prof. Merker.  Wir verlieren mit Karl Lohaus ein herausragendes Mitglied unseres Bezirksvereins.

(Text: H. Mors)

VDI TrendForum Baden-Württemberg

Trends im digitalen Engineering

VDI fördert den Weltmeister

2500 Euro als Unterstützung für die Roboter-AG vom VDI Bodensee-Bezirksverein e.V.

 

Der VDI Bodensee-Bezirksverein e.V fördert die Roboter AG des Bildungszentrums Markdorf. Mit einer Unterstützung von 2500 Euro ermöglichte der Bezirksverein den Jugendlichen zur Roboter-WM nach Japan zu reisen. Seit Schuljahresbeginn haben die mehr als 40 Schülerinnen und Schüler der AG nicht nur an Freitagnachmittagen sondern auch an etlichen Zusatzterminen ihre Roboter gebaut, programmiert und getestet. Die Mühe hat sich gelohnt: Die Bodenseekrokodile sind Weltmeister!

Mal löste sich ein Rad, dann überhitzte ein Akku beim Laden oder Sensoren haben versagt – doch die Motivation blieb und die AG-Mitglieder haben ihre Roboter repariert. Mit hervorragenden Leistungen gelang es ihnen, sich am 4. Mai auf der deutschen Meisterschaft in Magdeburg für die Roboter-WM in Japan zu qualifizieren. Die Motivation und Technikbegeisterung ist dem Bezirksverein eine Spende wert.

In Japan erreichten die Jugendlichen zunächst nur einen 3. Platz in der Spielwertung. Durch herausragende Leistungen in den Disziplinen Teamspirit, Präsentation, Robot Design und Poster konnten sie am 30. Juli den Weltmeistertitel klarmachen: „Wir sind natürlich sehr froh über unseren Erfolg und können alles noch gar nicht so richtig realisieren.“

Der Bodensee-Bezirksverein macht sich für den Ingenieurnachwuchs in der Region stark. Dazu unterstützt er die Wissenswerkstatt in Friedrichshafen, engagiert sich in den beiden VDI-Nachwuchsprojekten VDIni und Zukunftspiloten sowie beim VDI-Netzwerk der Studenten und Jungingenieure und vergibt Förderpreise an verschiedenen Hochschulen in der Region. Letztes Jahr spendete der VDI Bodensee der Wissenswerkstatt Friedrichshafen ein Auto.

Ein Fahrzeug mit doppelter Funktion

VDI-Spende an Wissenswerkstatt

Friedrichshafen – Einmal mehr großzügig zeigte sich der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) am Bodensee gegenüber Kindern und Jugendlichen, die in der Wissenswerkstatt in Friedrichshafen Technik auf spielerische Art praktisch erleben können: Der Bezirksverein spendete der Werkstatt einen nagelneuen Mercedes-Benz Citan mit doppelter Funktion: als fahrfähiges Anschauungsobjekt für junge Mechaniker und als vielfältiger Transporter zwischen dem Standort am Bahnhofplatz und dem neuen Standort im ZF Forum. „Wir möchten damit auch unsere Verbundenheit ausdrücken“, erklärte der Bezirksvereinsvorsitzende Bernd Breuckmann bei der Übergabe im ZF Forum, der Zentrale der ZF.

 

Die Spende ist keine einmalige Angelegenheit: Der VDI stand schon 2009 fördernd Pate bei der Gründung der Wissenswerkstatt und steht seither helfend zur Seite. „Der VDI ist nicht nur monetär, sondern auch mit Know-how dabei“, erläutert der „Wiwe“-Vorsitzende Peter Hauswald. Gestandene Ingenieure geben ihr Wissen ehrenamtlich an die Jugend weiter. Für den Ingenieursverein ist das überaus sinnvoll: „Die Wissenswerkstatt führt junge Leute und Kinder an das Thema Technik heran“, erklärt Dr. Breuckmann. „Das ist für uns auch ein Instrument der Nachwuchsförderung.“ Der gespendete Mercedes-Kleintransporter im Wert von rund 30.000 Euro soll das Angebot der Wissenswerkstatt um das Gebiet der Fahrzeugtechnik erweitern. Im Gebäude des großen Fahrzeugtechnikproduzenten ZF sei das geradezu ein Muss, meint Robert Vöhringer, Leiter der Wissenswerkstatt. „Da können die Jugendlichen ganz direkt sehen, wie alles funktioniert.“ Zugleich hilft das Fahrzeug, die beiden Standorte zu verbinden: Damit können Gerätschaften über den Kilometer Abstand transportiert werden.

 

Die Wissenswerkstatt in Friedrichshafen ist seit Jahren beliebter Anlaufpunkt für Exkursionen in die Welt der Technik: Rund 5000 Kinder und Jugendliche jährlich beschäftigen sich in der Einrichtung nahe dem Stadtbahnbahnhof praktisch mit technischen Zusammenhängen, beginnend beim selbst hergestellten Stromkreis bis hin zum programmierbaren Roboterarm. Im November bekam die Wissenswerkstatt im neuen ZF Forum einen zweiten Standort, der die Fläche fast verdoppelt und für den Ausbau der Betreuung älterer Jugendliche gedacht ist.